Das unbeachtete Aussterben der Kleinen Menschenaffen

Hat jemand von Euch meine Kolumne in den Ruhr Nachrichten letzte Woche Mittwoch gelesen? – Ich habe über die beiden Siamangs im Zoo Dortmund und über Gibbons geschrieben.

Meine Kolumne „Der Zoolotse“ vom 8. Juni 2016.

Meine Kolumne „Der Zoolotse“ vom 8. Juni 2016.

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit, selten in den Medien thematisiert, drohen viele Arten der Kleinen Menschaffen, wie Gibbons auch genannt werden, auszusterben. Der Hainan-Schopfgibbon gilt laut des Primatologen Thomas Geissmann als seltenste Affenart überhaupt. Denn es leben heute nur noch 20 Hainan-Schopfgibbons (Nomascus hainanus) auf der Insel Hainan im Südchinesischen Meer. Der Cao-Vit-Schopfgibbon (Nomascus nasutus) kommt nur noch in einem Waldgebiet an der Grenze zwischen Vietnam und China vor. Es existieren weniger als 100 Individuen dieser Art.

Siamang im Zoo Dortmund. Foto: Natalie Gutjahr

Siamang im Zoo Dortmund. Foto: Frauke Wichmann

Heute sind 19 Gibbon-Arten bekannt, die sich auf vier Gattungen aufteilen und zum Teil auf der IUCN Red List of Threatened Species (Rote Liste gefährdeter Arten) als vom Aussterben bedroht (CR) geführt werden. Im Zoo Dortmund wird der Siamang (Symphalangus syndactylus) gehalten, der als größter Gibbons gilt.

Um auf das Schicksal der Kleinen Menschenaffen aufmerksam zu machen und Spenden für Schutzprojekte zu sammeln, gründete der bekannte Primatologe Thomas Geissmann, gemeinsam mit Studierenden am Anthropologischen Institut der Universität Zürich, 2004 die Gibbon Conservation Alliance. Wer sich weiter über Gibbons und ihre Bedrohung informieren oder für Schutzprojekte für die Kleinen Menschaffen spenden möchte, der ist bei dieser Non-Profit-Organisation bestens aufgehoben. Weitere Informationen hier: gibbonconservation.org

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2015: Jahr des Gibbons

Liebe Freunde,

ich habe Euch ja schon häufiger das Leben der Orang-Utans und den Schutz ihres verbliebenen Lebensraums ans Herz gelegt. Darüber hinaus betreiben auch viele andere Institutionen wertvoller „Lobbyarbeit“ hinsichtlich Orang-Utans und den übrigen Großen Menschenaffen.

Weniger bekannt als ihre großen Verwandten ist die Familie der Kleinen Menschenaffen und ihre größtenteils akute Bedrohung.  Das Jahr 2015 ist vermutlich auch deshalb von der World Association of Zoos and Aquariums (WAZA) zum Jahr des Gibbons, wie die Kleinen Menschenaffen ebenfalls bezeichnet werden, erklärt worden.

Der Siamang, hier im Zoo Dortmund, ist die größte und schwerste Art der Gibbons. Foto: © R. Mantei

Der Siamang, hier im Zoo Dortmund, ist die größte und schwerste Art der Gibbons. Foto: © R. Mantei

Für den Erhalt der Gibbon-Arten setzt sich seit 2003 der gemeinnützige Verein „Gibbon Conservation Alliance“ ein, wo ich mittlerweile selbst auch Mitglied bin. Der Verein wurde von dem Schweizer Primatologen Dr. Thomas Geissmann und einigen Studenten am Anthropologischen Institut der Universität Zürich gegründet. Dr. Geissmann wies bereits 2003 auf das drohende Aussterben mehrerer Gibbon-Arten hin und dass in der Öffentlichkeit Gibbons und ihre Bedrohung weitgehend unbekannt sind.
Den Internetauftritt der Gibbon Conservation Alliance findet Ihr unter gibbonconservation.org.