Eigentliches Zweifingerfaultier

Julius und Evita bei der 12 Uhr-Fütterung im Tamandua-Haus

Julius und Evita bei der 12 Uhr-Fütterung im Tamandua-Haus

In den verstrichenen sechs Wochen konnte ich die beiden Faultiere „Julius“ und „Evita“ aus dem Zoo Dortmund etwas näher kennenlernen. Auf dem Hinweg zum Zoo las ich im Zug währenddessen „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel. Gleich zu Beginn seines Buches findet Martels Protagonist Pi Patel sehr passende Worte zu diesem bemerkenswerten Geschöpf aus Südamerika: Das Faultier „lebt ein friedliches Vegetarierleben in vollkommenem Einklang mit seiner Umgebung. ‚Stets hat es ein gutmütiges Lächeln auf den Lippen‘, schreibt Tirler (1966). Es ist ein Lächeln, das ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe. Ich bin keiner, der leichtfertig menschliche Charakterzüge oder Gefühlsregungen auf Tiere projiziert, doch viele Male, wenn ich in jenem Monat in Brasilien ein ruhendes Faultier betrachtete, hatte ich den Eindruck, dass ich in der Gegenwart eines an den Füßen hängenden, tief in seine Meditation versenkten Jogis war oder eines ganz dem Gebet ergebenen Eremiten, in der Gegenwart von Wesen großer Weisheit, deren inneres Leben jenseits all meiner wissenschaftlichen Forschung lag.“

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